„Selig, die Frieden stiften“: Ein bewegendes ökumenisches Nachtgebet an der Grenze
In einer Zeit globaler Unsicherheiten setzte die Private Pädagogische Hochschule Burgenland (PPH Burgenland) gemeinsam mit hochkarätigen Gästen ein starkes Zeichen für den Frieden. Am 27. April 2026 verwandelte sich die geschichtsträchtige St. Emmerichskirche in Inzenhof in einen Ort der spirituellen Einkehr und der politischen Reflexion.
Das ökumenische Nachtgebet, das unter dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften“ stand, führte Persönlichkeiten und Perspektiven zusammen, die eindrucksvoller nicht hätten sein können. Im Zentrum des Abends stand die Verbindung von gelebter Geschichte und aktueller gesellschaftlicher Verantwortung.
Zeugnis der Standhaftigkeit und politische Wachsamkeit
Stadtpfarrer Gabriel Kozuch (Neusiedl am See) bereicherte den Abend mit einem sehr persönlichen Rückblick. Er erinnerte an das Erbe seines Vaters Eduard, der als Untergrundpriester in der kommunistischen Tschechoslowakei unter ständiger Gefahr seinen Glauben lebte. Dieses Zeugnis von Zivilcourage schlug die Brücke zum Veranstaltungsort: Die St. Emmerichskirche, die jahrzehntelang im Stacheldrahtverhau des Eisernen Vorhangs gefangen war, steht heute als „Kirche des Friedens“ für die Überwindung von Grenzen.
Bischof i.R. Dr. Michael Bünker vertiefte diese Impulse durch die Methodik des „Politischen Nachtgebets“. In der Tradition von Dorothee Sölle wurde deutlich, dass Gebet keine Flucht aus der Welt ist, sondern der Versuch, die Welt mit wachen Augen zu betrachten und Kraft für gerechtes Handeln zu schöpfen.
Musikalische Tiefe durch den Chor „mehr:stimmig“
Die spirituelle Atmosphäre wurde maßgeblich durch den Chor mehr:stimmig unter der Leitung von Adele Grill geprägt. Die sorgfältig ausgewählten Gesänge verliehen den Worten eine klangliche Dimension, die die Besucher:innen tief berührte. Symbole wie Rosenstöcke und ein Feuerkorb im Altarraum verstärkten die Botschaft von Hoffnung und Licht in dunklen Zeiten.
Ein Signal der Ökumene und Bildung
Die Veranstaltung, die von zahlreichen Kooperationspartnern wie der KPH Wien-Niederösterreich, dem Bildungsnetzwerk PILGRIM, der Diözese Eisenstadt und der Bildungsdirektion Burgenland unterstützt und von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung gefördert wurde, unterstreicht den Auftrag der PPH Burgenland, Bildung auch als Arbeit an Werten und Frieden zu verstehen.
Das Nachtgebet in Inzenhof war mehr als eine religiöse Feier; es war ein lebendiger Beweis dafür, dass die Erinnerung an den Widerstand der Vergangenheit die notwendige Inspiration für die Friedensarbeit der Zukunft liefert.
Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland