„7 Tage für Frieden“ auf der Friedensburg Schlaining eröffnet
Am 1. Oktober 2025 wurden die „7 Tage für Frieden“ auf der Friedensburg Schlaining feierlich eröffnet. Das siebente burgenländische Friedenspädagogik-Symposium steht heuer unter dem Motto „Friedensbildung in bewegten Zeiten“ und widmet sich der Frage, wie Kinder und Jugendliche trotz gesellschaftlicher Herausforderungen gestärkt werden können – durch Empathie, Haltung, Verantwortungsbewusstsein sowie Kreativität und Zuversicht.
Bei der Eröffnung warnte ACP-Präsident Norbert Darabos vor zunehmendem Extremismus und appellierte, täglich für Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzutreten. Bildungsdirektor Alfred Lehner betonte, dass die Bildungsdirektion Burgenland Pädagog:innen bestmöglich unterstützen wolle – gerade in einer Zeit, in der radikale Tendenzen wie Bombendrohungen oder Drohgebärden mit Messern an Schulen zunehmen. Klaus Novak, Institutsleiter an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland, hob hervor, dass die in Schlaining vermittelten Inhalte seit Jahren hochaktuell seien. Wichtiger als die Inhalte selbst seien jedoch die Werte und Haltungen, die damit verbunden werden. Werte wie Respekt, Empathie, Verantwortung, Dialogbereitschaft, Gerechtigkeit, Solidarität und Zivilcourage könnten eine Kultur des Friedens entstehen lassen, die weit über den eigenen Einflussbereich hinauswirkt.
Inhaltliche Impulse setzten Melinda Tamás und Ahmad Mitaev in einem bewegenden Gespräch über Fanatisierung, Polarisierung und Identitätssuche. Ahmad Mitaev berichtete von eigenen Rassismuserfahrungen und seinem Weg aus der Radikalisierung. Katharina Mühl präsentierte Ansätze zur Förderung von Zukunftskompetenzen wie Resilienz, Kreativität und Lösungsorientierung.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit:
Im Rahmen des Interreg-Projekts „Bounce Back“ trafen sich 55 Pädagog:innen aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland sowie aus Ungarn zu einer Hospitation mit Kolleg:innen von den Universitäten Sopron und Szombathely und aus ungarischen Schulen. Ziel war es, voneinander zu lernen und neue Ansätze der Friedens- und Life Skills-Pädagogik kennenzulernen. Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, wie Friedenspädagogik grenzüberschreitend wirksam werden kann und welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche brauchen, um in einer komplexen Welt handlungsfähig und hoffnungsvoll zu bleiben.
Das Symposium bietet darüber hinaus eine breite Palette an Workshops – von interaktiven Formaten wie „5 Etappen für den Frieden“, über Angebote zu Extremismusprävention und Medienkompetenz, bis hin zu kreativen Zugängen zum inneren Frieden und der neuen Initiative „Spielräume für den Frieden“ in Kooperation mit dem Institut für Religionspädagogik und transformative Bildung.
Die „7 Tage für Frieden“ dauern noch bis 7. Oktober und richten sich an Pädagog:innen sowie Interessierte aus dem Bildungsbereich.
Der abschließende „Tag für Frieden“ findet am 16. Oktober 2025 an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland statt und widmet sich der 30-jährigen EU-Mitgliedschaft Österreichs als Friedensprojekt von historischer Dimension.
Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland