Buchpräsentation „Das Lager Lackenbach“ an der PPH Burgenland stieß auf großes Interesse
Zahlreiche Interessierte besuchten am 7. Mai 2026 die Präsentation des Buches „Das Lager Lackenbach“ von Herbert Brettl an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland. Die Veranstaltung rückte ein zentrales und lange verdrängtes Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte in den Fokus.
Mit „Das Lager Lackenbach“ legt Herbert Brettl eine umfassende historische Aufarbeitung des größten Anhalte- und Zwangsarbeitslagers für Roma und Romnja im nationalsozialistischen Deutschen Reich vor. Das im November 1940 errichtete Lager diente der Zwangsarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen und war Ausgangspunkt für Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager.
Das Buch basiert auf umfangreichen Recherchen in nationalen und internationalen Archiven sowie auf dokumentierten persönlichen Schicksalen. Brettl analysiert darin die historischen Rahmenbedingungen, politische und administrative Verantwortlichkeiten sowie den systematischen Einsatz von Zwangsarbeit und die Verfolgung der Romnja und Roma. Zudem thematisiert das Werk die fortgesetzte Diskriminierung der Überlebenden nach 1945 sowie die Entwicklung der Erinnerungs- und Gedenkkultur bis in die Gegenwart. Erschienen ist das Buch im Verlag edition lex liszt 12.
Im Rahmen der Veranstaltung stellte Herbert Brettl die Entstehung des Buches vor und sprach über die Herausforderungen historischer Aufarbeitung sowie die Bedeutung einer sichtbaren Erinnerungskultur.
„Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Lagers Lackenbach ist ein wesentlicher Beitrag zur historisch-politischen Bildung. Als Hochschule sehen wir es als unsere Verantwortung, Räume zu schaffen, in denen Erinnerung, wissenschaftliche Reflexion und gesellschaftlicher Dialog möglich sind“, betonte Rektorin Sabine Weisz.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Max Prenner. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland in Kooperation mit der Roma-VHS Burgenland und ERINNERN:AT.
Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland