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Was öffentliche Räume erzählen – Studierende erforschen Sprachlandschaften

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Was öffentliche Räume erzählen – Studierende erforschen Sprachlandschaften

Wie sichtbar ist Sprache im öffentlichen Raum? Und was sagt sie über unsere Gesellschaft aus? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende des 6. Semesters im Schwerpunkt Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Bildung des Primarstufenstudiums im Seminar Forschung im Bereich schulische Mehrsprachigkeit im Sommersemester 2025 und erforschten die sprachliche Vielfalt im Burgenland sowie darüber hinaus.

Ziel des Projekts war es, Sprachen im öffentlichen Raum – etwa auf Schildern, Aufklebern, Geschäftsfassaden oder Graffiti – zu dokumentieren, zu analysieren und zu reflektieren. Dabei rückte insbesondere die Sichtbarkeit von Mehrsprachigkeit, Minderheitensprachen oder auch sprachlichen Ausschlüssen in den Fokus. 

Die Ergebnisse sprechen für sich: In einer Online-Galerie stellen die Studierenden ausgewählte Fotos ihrer Sprachlandschaftsfunde vor – jeweils ergänzt durch einen wissenschaftlichen Fotokommentar sowie kurze Reflexionen, in denen sie ihre Beobachtungen einordnen und kritisch kommentieren. 

Reflexion der Studierenden:

Das Projekt hat uns gezeigt, wie Sprache im öffentlichen Raum gesellschaftliche Machtverhältnisse, Zielgruppen und Inklusion sichtbar werden lässt.

Mehrsprachige Schilder sind ein bedeutendes Zeichen für sprachliche Vielfalt und gelebte Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum. Sie zeigen, dass unterschiedliche Sprachen und Kulturen sichtbar gemacht und wertgeschätzt werden. Auffällig ist dabei, dass die deutsche Sprache als Amtssprache stets an erster Stelle steht. Direkt danach folgt Englisch als sogenannte Lingua Franca, die auf allen Schildern vertreten ist. Zusätzlich werden auch Minderheitensprachen berücksichtigt.

Das Burgenland ist ein Raum gelebter Mehrsprachigkeit, in dem verschiedene Sprachen aufeinandertreffen und miteinander in Beziehung stehen. Im Rahmen unseres Projekts haben wir uns mit dem Konzept des „Linguistic Landscaping“ beschäftigt – also mit der Sichtbarkeit von Sprachen im öffentlichen Raum. Ziel war es, herauszufinden, in welchen Kontexten und auf welche Weise verschiedene Sprachen im Alltag präsent sind. Durch das Sammeln und Analysieren von Fotos von Schildern, Aufschriften und Plakaten konnten wir Einblicke in die sprachliche Landschaft des Burgenlands gewinnen und reflektieren, wie Sprachen Identität, Zugehörigkeit und Kommunikation im öffentlichen Raum prägen. 

Bei unserer Analyse der Sprachen im öffentlichen Raum wurde deutlich, wie stark Sprache mit Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Teilhabe verknüpft ist. Auffällig war, dass Deutsch meist dominiert, während andere Sprachen – etwa Türkisch, Arabisch oder Romanes – kaum präsent sind oder nur in spezifischen Kontexten wie Imbissständen erscheinen. Das wirft Fragen nach Inklusion und Repräsentation auf: Wer wird angesprochen – und wer bleibt unsichtbar? Besonders nachdenklich stimmte uns, wie wenig Mehrsprachigkeit trotz kultureller Vielfalt öffentlich anerkannt wird. Dabei könnten mehrsprachige Beschilderungen und Informationen nicht nur Zugehörigkeit signalisieren, sondern auch ganz praktisch Zugänge erleichtern. Die Analyse hat uns gezeigt, dass Sprache nicht nur ein Kommunikationsmittel ist, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse – und dass eine bewusstere Sprachgestaltung im öffentlichen Raum ein wichtiger Schritt zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit sein kann. 

Studierende des Projekts: Jana Carich, Michelle Csmarits, Hanna Gruber, Eda Günden, Sophie Hillinger, Selina Hladik, Chiara Holzhammer, Sarah Ivanschitz, Tobias Mossier, Adriana Nartea-Peter, Jacqueline Pauer, Ulrike Paul, Birgit Reitbauer, Linda Rumpl, Marlene Schindler, Julia Steiner, Sabrina Taudes, Sophie Tröscher, Johanna Urban, Lisa Weissenberger

Das Seminar wurde von Andrea Bicsar geleitet. 

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